Julia Maria Pasch ist in der Tradition verwurzelt und von Neugier angetrieben. Inspiriert aus Jahrhunderten des Geigenbaus entstehen in ihrem Atelier in Wien Instrumente, die die Geigenbaukunst weiterführen und unverkennbar in die Gegenwart gehören.
Julia Maria Pasch begann mit sieben Jahren Geige zu spielen. Ihren eigentlichen Platz fand sie jedoch an der Werkbank eines Geigenbauers in ihrer Heimatstadt Aachen. Aus der Faszination für das Instrument wurde die Suche nach dem, was seinen Klang ausmacht. Nach ihrer Ausbildung an der Geigenbauschule in Mittenwald arbeitete sie mit Stefan-Peter Greiner und dem Physiker Heinrich Dünnwald. Hier traf Handwerk auf Akustik: Tradition wurde zu etwas, das es nicht nur zu beherrschen, sondern zu hinterfragen, zu verstehen und weiterzuentwickeln gilt.

Für Julia ist Tradition nicht das Befassen mit der Vergangenheit um ihrer selbst willen. Die großen Instrumente der Vergangenheit dienen der Inspiration. Dabei gilt es nie diese zu reproduzieren, sondern die Haltung der alten Meister weiterzuführen und Geigen aus einem Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schaffen. Jedes Instrument stellt stets eine gegenwärtige Frage: Wie wollen wir heute klingen?

Heute lebt und arbeitet Julia Maria Pasch im ehemaligen Wohnhaus Richard Wagners in Wien. Entscheidend ist für sie dabei nicht die Nostalgie, sondern die Perspektive darauf, dass das Arbeiten in diesen Räumen eine tägliche Erinnerung daran ist, dass Respekt vor den Meistern nicht bedeutet, sie zu imitieren.